Das Ende alter Lernmodelle: Hypercluster, Heterarchien und Netzwerk-Kompetenzen als Kristallisationspunkte eines New Learning

Das Paradigma der Netzwerkgesellschaft (Castells, 1996), das gegenwärtig als eingebettet in einer ‚Kultur der Digitalität‘ (Stalder, 2016) verstanden wird, hat grundlegende Konsequenzen hinsichtlich eines neuer Lernstrukturen in Organisationen zufolge. Während in älteren, eher hierarchischen Organisationen die Wissensorganisation wie die Wissensproduktion auf herrschende Eliten oder Expertenkulturen beschränkt war, finden Lernprozesse in jüngeren, digitalisierten Organisationen als ein Austausch zwischen interdisziplinären Teams statt. Im Folgenden werden entscheidende Faktoren dieses Wandels erörtert. Die Bedeutungsänderung der Autonomie: Freiheit durch Netwerke,…
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Das Scheitern pazifistischer Utopien? Wo Kant idealisierte, wo nicht und wie wir rationaler über Friedensordnungen denken können

Deutsche Befindlichkeiten nach dem Zweiten Weltkrieg Vor dem Mauerfall gab es in Deutschland reichlich Gründe für einen begründeten deutschen Pazifismus. Warum sollten Ost- und Westdeutsche im Falle eines Krieges aufeinander schießen, wo sie doch ein gemeinsames Volk sind? Warum sollten auf deutschem Boden atomare amerikanische Pershing II Raketen aufgestellt werden, die einen Atomkrieg wahrscheinlicher machen würden? Und warum sollte man der damaligen amerikanischen Verteidigungsdoktrin trauen, die im Falle eines russischen Angriffs die damalige BRD in…
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Putin und die Ukraine: Warum lassen wir unser Politik- und Geschichtsverständnis von toxisch-autoritären Patriarchen diktieren?

Eines der größten Güter einer offenen Informationsgesellschaft ist eine pluralistische Deutungshoheit, die durch die Abwägung von Argumenten sowie die unterliegenden, geteilten demokratischen Werte der Gemeinschaft ermöglicht wird. Dem stehen ideologische Erzählungen gegenüber. Für toxische Patriarchen gelingt Kommunikation in dem Moment, in dem sich Opfer schuldig und verantwortlich für ihre eigene Demütigung fühlen. Wie Demokratien zerbrechen Ideologisierende Deutungen folgen dagegen einem eingespielten Drehbuch. Ich konnte ein solches Drehbuch während meiner Zeit in Thailand aus der Nähe…
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Symbolische Tiere, die in der Zeit leben und nach der Zukunft fischen

Hätten wir keine Sprache, würden wir weder über eine verhandelbare Erinnerung verfügen noch könnten wir eine Zukunft antizipieren und planen. Erst in der Sprache verschmelzen unsere inneren Bilder, Gefühle und Filme zu einem symbolischen, intersubjektiven Kontinuum. Dies bedeutet, dass andere Menschen unsere sprachlich verschlüsselten Botschaften über Zeit und Ort hinweg verstehen und sich zu ihnen verhalten können. Symbolisches Handeln konstituiert unseren Verständnishorizont. Erst Sprache ermöglicht uns Kultur, die Fähigkeit historische Erfahrungen und Potenziale zwischen den…
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Die Verbindung zwischen persönlichen und systemischen Lernerfahrungen: Anmerkungen zu einer zeitgemäßen Lernkultur und ‚Future Skills‘

Wie viele Zuschauerinnen und Zuschauer hatte mich die Verfilmung der Wannseekonferenz im ZDF, allem voran die brutale Gefühlskälte und vollständige Abwesenheit jeglicher menschlichen Empathie der SS Leute, zutiefst erschüttert. Der trockene dokumentarische Stil des Films hob die Grausamkeit der beteiligten Männer sowie die Kongruenz ihres menschenverachtenden Denkens, ihrer enthumanisiert-funktionalen Sprache mit der von ihnen geplanten Mordmaschinerie ganz besonders hervor. Wie bei allen Erfahrungen, auch wenn ‘nur’ eine TV-Verfilmung, geraten wir in Resonanz mit vergangenen Lernerfahrungen.…
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Wozu brauchen soziale Startups einen Hub?

Zusammen mit einem wunderbaren Team aus dem Umfeld meiner Universität entwickeln wir derzeit ein SaaS-Startup. Unser Produkt ist im Edutech-Sektor angesiedelt (universitäre wie berufliche Lernprozesse), da es neue Ebenen der Co-Creation erschließt und multiple soziale Akteure in die Lage versetzt, gemeinsam höherwertige (vor allem kreative) Professionalisierungs- und Kooperationsprogramme zu entwickeln. Also genau das, was in der ökologisch-ökonomischen Transformation aus unserer Sicht von größter Bedeutung ist. Die erste Einsicht, die ich in den letzten Wochen von…
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Deutschland, meine Heimat: Über eine schrecklich-seltsam-schöne Beziehung

All den lieben und wundervollen Menschen gewidmet, die mir dieses Jahr geholfen hatten, anzukommen. Ganz besonders meiner Schwester. Im Deutschlandfunk stieß ich neulich auf eine schöne Podcast-Folge, in der zugewanderte Menschen ihre Erfahrungen mit dem deutschen Heimatbegriff schilderten. Das hatte mich inspiriert meine eigene Erfahrung zu reflektieren: Was war und ist Deutschland für mich als Heimat? Eine kleine autobigrafische Erzählung. Die Tübinger Jahre vor meiner Auswanderung Anfang der 80er Jahre studierte ich an der Universität…
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Der Umgang mit einem permanenten Katastrophenzustand als Teil einer veränderten Welt: Auf der Suche nach politischer Vernunft und rationalen Diskursen mit Kant und Hegel

Es ist nicht leicht eine Eröffnung zu formulieren, die nicht zusätzlich Salz in unsere medialen Wunden streut. Wir leben in einer Zeit, in der selbst den ruhigsten Menschen, wie neulich dem sonst sehr gefassten RKI-Präsidenten Lothar Wieler, in Anbetracht steigender Infektionszahlen und teils wissenschaftsignoranter Politik, der Kragen platzte. Ja, wie fühlt sie sich an, diese neue Realität? Und wie können wir mit ihr umgehen? Im 20. Jahrhundert erlebten Menschen Kriege und dramatische soziale Umwälzungen in…
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Eine neue Aufklärung? Kant, Hegel und Marx als ökologisches Gedankenexperiment

Die französische Philosophin Corine Pelluchon plädierte neulich im Deutschlandfunk für eine ökologische Weiterentwicklung der Aufklärung. Dabei sei es notwendig sich der Schwächen und Stärken der Aufklärung zu vergewissern. Auf der einen Seite trug die Aufklärung dazu bei, um mit Kant zu sprechen, dass der sich Mensch aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit zu befreien begann und den Mut aufbrachte sich endlich seiner Vernunft zu bedienen. So verdanken wir dem Universalismus der Aufklärung beispielsweise die Entwicklung der…
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Nachmittag mit einer Verschwörungstheoretikerin

“Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass die Menschen umso leichter zu täuschen sind, je größer ihr Geist und je umfassender ihre Bildung ist” Houdini Frau G. (der Name ist geändert und anonymisiert) ist eine gebildete, höfliche, ebenso wie streitbare Frau. Als Diplombiologin, nun im Ruhestand, kann sie auf ein wissenschaftlich fundiertes Weltbild zurückgreifen. Wir hatten seit der Corona Krise den Kontakt verloren und lange nicht miteinander gesprochen. Daher entschloss ich mich vor einigen Wochen sie…
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